Warum BG:?

Beispiel: Stadtwerke

  • Erster Antrag 1993
  • Beschluss im Rat: große mehrheitliche Ablehnung

  • Und heute: die Stadtwerke sind ein Erfolgsmodell, leider 20 Jahre zu spät
  • Und morgen: eigene CO2-freie Energieerzeugung (Klimaschutz)?

Klima - Umwelt - Energie

Unser Klima verändert sich. Diese Erkenntnis dürfte sich weit und breit herumgesprochen haben. Auch in Geseke können wir die Auswirkungen dieser Veränderungen mittlerweile messen. Vor kurzem wurden auf Grund  eines  Abbauantrages  der  Steinindustrie die Werte der in Geseke vorhandenen Grundwassermessstellen der letzten 30 Jahre analysiert. Es wurde ein erheblicher Rückgang der Grundwasserneubildung festgestellt. Wenn dieser Trend nicht gestoppt werden kann, sind massive negative Auswirkungen  auf  Landwirtschaft, Gärten  und  letztlich die Trinkwassergewinnung zu erwarten. Daher müssen Maßnahmen ergriffen werden, im Großen wie im Kleinen.

Leider wurden alle BG-Anträge der letzten Jahre, die zur Entspannung dieser Situation hätten beitragen können, von der Ratsmehrheit strikt abgelehnt. Als befänden wir uns auf der „Insel der Glückseligen“.

Auch auf dem Gebiet der Umweltpolitik konnten wir in der abgelaufenen Ratsperiode so gut wie keine Fortschritte feststellen. Einer der wichtigsten Ankerbausteine in diesem Bereich ist das Steinbruch-Folgenutzungskonzept aus dem Jahre 2003. Es sollte nach ca. 15 Jahren fortgeschrieben werden, um neue Projekte anzustoßen. Ungefähr 13,5 ha neue Industrieflächen hätte man für die Stadt gewinnen können. Brachland, welches in das Umweltkonzept gut einfügbar gewesen wäre.

Es wird Zeit für die vierte Klärstufe um auch Mikroplastik und Medikamentenreste weitgehend aus dem Abwasser zu entfernen! Aus Sicht des städtischen Haushalts (Fördermittel) und nicht zuletzt auch aus Verantwortung gegenüber den Menschen flussabwärts bis hin zur Nordsee.

Blickpunkt Geseke: Umwelt und Klima

Bedauerlicherweise versandete das Vorhaben in den Mühlen unserer Verwaltung und ruht seit Mitte 2018 völlig. In unserer Stadt ist Umweltschutz eng mit der Industriepolitik verbunden, da die örtliche Zementindustrie der größte private Grundstückseigentümer in Geseke ist. Eine vernünftige Umweltpolitik ist gegen den Willen der Eigentümer kaum umzusetzen. Dies gilt ebenso für den Bereich der Landwirtschaft. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, da auch unsere Naturschutzstiftung, die bisher sehr erfolgreich gearbeitet hat, unter schlechtem politischem Klima leidet.

Klima und Umweltschutz werden von der Energiepolitik stark beeinflusst. Mit der Gründung der eigenen Stadtwerke im Jahr 2017 sind wir ein gutes Stück weiter gekommen. Übrigens: der Antrag zur Gründung unserer Stadtwerke wurde von der BG Fraktion  im  Jahr  1993  gestellt! Entgegen  unserer Erwartungen beschäftigen sich unsere Stadtwerke heute leider nicht vorrangig mit Fragen zur klimaneutralen Energiegewinnung. Stattdessen konzentriert man sich auf Immobilienhandel. Das ist vielleicht auch ganz nett, verfehlt aber bei weitem unsere Vorstellung davon, was mit einer  solchen  Einrichtung erreicht werden könnte. 

Diese Entwicklung werden wir im Auge behalten und in der neuen Ratsperiode darauf einwirken, alle Möglichkeiten der Stadtwerke GmbH besser auszuschöpfen.